Dienstag, 9. August 2011

Ein besonders wichtiger Tag für Japan und auch die Welt!

Der Eingang zum Eko-Haus in Düsseldorf
Düsseldorf / Köln (06.08.2011) - Heute ist auch ein ziemlich andächtiger Tag. Heute vor 66 Jahren wurde Hiroshima von der Atombombe getroffen und wurde so dem Erdboden gleich gemacht zudem total verstrahlt. An dieses schlimme Ereignis wurde heute an der Domplatte mit einer Kundgebung gedacht.

Alles begann aber schon in Düsseldorf, bei einem Besuch des unbeschreiblich schönen und unbeschreiblich friedvollen EKO-Haus in Düsseldorf. In diesem Zentrum befindet sich ein Kindergarten der großen japanischen Gemeinde, eine Bibliothek und ein buddhistisches Zentrum mit einem sehr schönen Tempel... Dieser Ort ist für jeden der sich besinnen will und sich auf die japanisch / buddhistische Kultur einlassen will! Es ist etwas ganz besonderes, dieses Gefühl zu spüren wenn man den 内陣 (naijin = das ist der Altarraum) betritt, von dem ich aus Respekt seiner Heiligkeit dem Buddha kein Foto gemacht habe. Es ist einfache ein tolles und unbeschreibliches Gefühl für jeden Buddhisten (auch anders gläubigen) vor seiner Heiligkeit zu meditieren / beten etc. Dieser Besuch am Samstag war mein erste Besuch eines solchen Tempels. Mir tat es einfach gut. Zudem ist es sehr interessant nicht nur den Tempel zu besuchen sondern auch das angeschlossene Gästehaus mit Ausblick auf die Zen-Gärten, die hauptsächlich aus Steinen bestehen können. Diese Gärten werden auch gerne Meditationsgärten genannt, was nicht falsch ist. Aber um dies alles zusehen ist es nötig eine Eintrittskarte an der Kasse zukaufen. Für 2,50€ können Erwachsene und für 1,50€ können Studenten in den Tempel und in das Gästehaus. Dazu gibt es die Möglichkeit einen interessanten Flyer für 0,50 € zu erstehen. Es mag sich für manche Leser für teuer oder als übertrieben erachten, aber diese Tempelanlage wird liebevoll gepflegt und dies ist nun mal ziemlich aufwändig. Die "Betreiber" des Tempels sind um jede Spende dankbar. Am und im Tempelhaus stehen auch noch mal zwei Spendenkisten. Hier möchte ich Sie bitten auch etwas zu hinterlegen. Es ist es wert für alle, die sich dafür interessieren und sich darauf einlassen wollen.

Aber das war nicht alles, ich erhielt im Kassenbereich einen weiteren Flyer (es gibt dort noch mehr Flyer, die die Veranstaltungen der japanischen Gemeinde zeigen wie zum Beispiel die "Japan-Woche" in Düsseldorf ect.), der mich darauf hin gewiesen hat, dass am selben Tag noch eine Kundgebung in Köln auf der Domplatte stattfinden soll. Ich habe mich dafür entschieden dort ebenfalls noch einmal kurz vorbei zuschauen, was sich im Nachhinein als Glück erwiesen hat, aber dazu gleich mehr. Die Kundgebung begann um kurz nach 17 Uhr und wurde durch Harald Fuchs vom Friedensforum Köln eröffnet. Er bat die Anwesenden für eine Schweigeminute zum Gedenken an die Verstorbenen und für die Opfer des Bombenanschlages. Zudem galt die Schweigeminute natürlich auch den Opfern aus der Erdbeben-/ und Tsunamiregion in Japan, die momentan immernoch mit den Folgen des Super-Gaus des AKW's in Fukushima haben. Dies war ein sehr emotionaler Moment für viele, die gekommen waren. Herr Fuchs hielt dann eine kurz Eingangsrede und gab danach das Wort an die Frau Chistiane Müller, die als Vertretung der Stadt Köln anwesend war. Die Stadt ist der Überzeugung, dass die Abschaffung der Atomwaffen Frieden auf der ganzen Welt bringen könnte. Die Stadt Köln gehört zu Organisation von Mayors for Peace "Die Organisation Mayors for Peace setzt sich aus Städten und Gemeinden in aller Welt zusammen und ist als von politischen Parteien unabhängige Nichtregierungsorganisation (NGO) beim Wirtschafts- und Sozialrat der Vereinten Nationen registriert. Zu ihren Mitgliedern zählen alle Arten von Kommunen von kleinen Dörfern und Gemeinden bis hin zu Megastädten wie Tokyo." (nachzulesen auf der Internetseite von Mayors for Peace) und hält an der Abschaffung von der Atomkraft bis 2022 fest. Zudem forderte die Stadtvertretung und auch Herr Fuchs in ihren Reden die Abschaffung des Atombombenlagers in Büchel (Eifel Cochem-Zell Kreis / RP). Der Stadtrat könnte gegen dieses Lager klagen, da es sich in einem sehr nahen Umkreis zu Köln befinde, so Herr Fuchs. Nach der Rede von Christiane Müller spielte Magerette Wenke ein Stück auf dem Didgeridoo.

Zusammen mit Kuzuo Soda auf einem Bild. Dies war etwas besonderes.
Es folgte eine sehr bewegende Rede des bekannten 被爆者 (gelesen Hibakusha = dt. Explosionsopfer) Kazuo Soda. Er erzählte in japanischer Sprache über den Verlust, den er in den letzten Jahren erleiden musste. Langjährige Freunde, die ihn im Kampf gegen Atomwaffen sehr unterstützen sind nun zum großen Teil alle verstorben. Er will diesen Kampf weiterführen, den er führt diesen Kampf nun hautpsächlich schon seit den 90er Jahren, aber zu vor natürlich auch in der Tätigkeit als Oberschulenlehrer. Er erlebte den Bombenabwurf von Nagasaki hautnahe mit, den er war nur knapp 2,5 Kilometer von der Detonationsstelle entfernt. Wie er dies überlebt hat weiss er selber nicht. Seine Familie starb nämlich nur wenige Jahre nach dem Abwurf an den Spätfolgen der Verstrahlung. Er ächtet die Atombombe und fordert die ganze Welt dazu auf es ihm nach zu tun! Es seie sehr wichtig diese schlimme Waffe für immer abzuschaffen! Für sein großes Engagement in der Hibakusha-Bewegung bekam er sogar den Aachener Friedenspreis.


Es folgenden noch der Auftritt des bekannten Kölner Geigers "Klaus der Geiger" und zwei Reden. Zum einen einer Jugendpolitikerin und der Hiroshima-Nagasaki-Arbeitsgruppe.                                           (FLO)

Der wunderschöne Eingang zur Tempelanlage in Düsseldorf

Die Tempelanlage in Düsseldorf
Diese Glocke wird nur zu besonderen Anlässen geschlagen
Die Bilder von der Domplatte. Zwischen Dom und der Klagemauer... (Kölner kennen diese)
Harald Fuchs übernahm die Ansage für die Schweigeminute, die Moderation und hielt eine Rede

Die Vertretung der Stadt Frau Christine Müller

"Lasst uns unsere unersetzbare Erde schützen vor Atomwaffen!" Kazuo Soda

Kazuo Soda hält seine ergreifende Rede auf japanisch und wird von der Dame links übersetzt.

"Klaus der Geiger"

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